Die unterschiedlichen Arten eines Blasensprungs

Vorzeitiger Blasensprung

Beim Blasensprung kommt es zu einem spontanen Zerreißen der Eihäute und dadurch zum Abfließen des Fruchtwassers © lkoimages - Fotolia.com.

Ein spontaner Blasensprung geschieht in der Regel nach Eintritt der Geburtswehen und ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass die Geburt begonnen hat. Oft ist es nicht so einfach selbst festzustellen, ob die Fruchtblase tatsächlich gesprungen ist oder ob Sie lediglich ein bisschen Urin, Ausfluss oder Schleim verloren haben.

Blasensprung

Beim Blasensprung kommt es zu einem spontanen Zerreißen der Eihäute und dadurch zum Abfließen des Fruchtwassers. Die Geburtshilfe unterscheidet folgende Arte eines Blasensprunges:

Vorzeitiger Blasensprung

Etwa 20 % aller Geburten beginnen mit einem vorzeitigen Blasensprung. Dieser erfolgt ohne Wehen, d.h. die Fruchtblase platzt bereits, bevor die Geburtswehen eingesetzt haben. Meist setzen in den darauffolgenden 24 Stunden Wehen ein. Ein vorzeitiger Blasensprung kann bedeuten, dass die Gefahr der aufsteigenden Infektion mit Fieber unter der Geburt oder im Wochenbett besteht.

Bei vorzeitigem Blasensprung vor dem Geburtstermin muss wegen der aufsteigenden Infektionsgefahr immer die Klinik aufgesucht werden! Meist ist dann strenge Bettruhe angeordnet. Solange der Kopf des Kindes keinen festen Bezug zum kleinen Becken hat, kann es zu einem Nabelschnurvorfall kommen. Das ist selten, aber muss immer bedacht werden. Dazu werden die Geburtshelfer informieren.

Wenn die Fruchtblase zuhause platzt, dann gilt es rasch (liegend) die Klinik aufzusuchen: Den Beifahrersitz wenn möglich zum Liegesitz umstellen, ein Kissen unter das Hohlkreuz legen, damit die Lendenwirbelsäule zum Geburtsbecken die "Anti-Gebärstellung" erhält.

Physiologischer Blasensprung

Am häufigsten zu beobachten ist der Blasensprung während der Eröffnungsperiode (frühzeitig) oder bei vollständig geöffnetem Muttermund (rechtzeitig).

Frühzeitiger Blasensprung

Frühzeitig ist ein Blasensprung zu Beginn oder während der Eröffnungsphase, d.h. nach dem Einsetzen regelmäßiger Wehen. Durch das Abfließen des Fruchtwassers fehlt eine "weiche Pufferung" auf die Zervix und den Muttermund, die Wehen werden dann in der Regel als besonders intensiv empfunden.

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Rechtzeitiger Blasensprung

Die Eröffnungsperiode zur Geburt beginnt mit den ersten regelmäßigen Wehen (Geburtswehen) und ist beendet, wenn der äußere Muttermund vollständig ( ca. 10 cm) geöffnet ist. Bei einem rechtzeitigen Blasensprung springt die Blase am Ende dieser Eröffnungsperiode.

Ein rechtzeitiger Blasensprung geschieht spontan bei vollständiger Muttermunderöffnung bei etwa 60 % aller Geburten.

Verspäteter Blasensprung

Bezeichnet den Blasensprung einige Zeit nach der vollständigen Muttermunderöffnung.Wenn eine so genannte Vorblase vor dem kindlichen Kopf in die Scheide steht, kann sie bei der Frau den "frühen Pressdrang" auslösen. In diesem Fall wird die Blase oft von der Hebamme geöffnet, damit sie der Frau Erleichterung schafft. Der Kopf des Babys wird dann geboren.

Hoher Blasensprung

Dieser erfolgt oberhalb des Muttermundes, d.h. der untere Eipol und die Vorblase bleiben erhalten und das Fruchtwasser kann in unregelmäßigen Abständen tröpfchenweise abgehen. Die Vorblase bleibt erhalten und ist evtl. mit dem Finger tastbar. Ein zusätzlicher Blasensprung der Vorblase wird als doppelter Blasensprung bezeichnet.

 

 

Quellen:
Angela Heller (1998): Geburtsvorbereitung Methode Menne-Heller. Thieme Verlag.
Christine Mändle (2014):Das Hebammenbuch: Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe. Schattauer Verlag.

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